Style and Social Identities

Identität

Unsere Kultur basiert auf Geschichten. Sie sind lebendiger und anschaulicher als nüchterne Fakten, unterhalten und entspannen die Zuhörer und verankern Erkenntnisse im Unterbewusstsein. Geschichten vermitteln Lebenserfahrung, Normen und Werte, erweitern unser Repertoire an Verhaltensmustern und wirken motivierend.

Das gilt nicht nur für Märchen, sondern ganz besonders für wahre Geschichten des täglichen Lebens: Geschichten von Siegen, Verlusten, Krisen und Heldentaten, die wir in großer und kleiner Runde immer wieder gern erzählen und hören.

Ich glaube, dass unsere Lebensgeschichten ein zentrales Element unserer Identität sind. Deshalb lade ich Sie ein, Ihre Erlebnisse aufzuschreiben. Legen Sie sich eine schöne Kladde zu, und notieren Sie darin die wichtigsten Geschehnisse Ihres Lebens.

Styl

wer bin ich? Die Frage nach der Identität beschäftigt viele Menschen von Geburt an. In Amsterdam fand eine außergewöhnliche Ausstellung statt, die sich mit dem Thema „Image und Identität“ auseinandersetzte. Unter dem Titel „Fashion DNA“ hatten die Ausstellungsmacher interessante Exponate der letzten 500 Jahre thematisch zusammengestellt. Was ist die DNA, der Kern der Mode? Die simple Antwort: „I am special – ich bin etwas Besonderes.“ Mode – so die These – will nichts anderes als den Menschen hervorheben, betonen, aufwerten: „Schaut her, ich bin ein Original, ich bin etwas Besonderes!“

Die Ausstellungsstücke wurden nach Lebensphasen – angefangen bei der Geburt bis hin zum Tod – zusammengestellt. Besonders bemerkenswert fand ich eine Kachel von 1747, die von den Eltern zur Geburt ihres Kindes gebrannt wurde. Ein wertvolles Geschenk, das ein Leben lang an die väterliche und mütterliche Freude über den Neuankömmling erinnern sollte. Daneben lagen „Geburtslöffel“ mit dem Namen und dem Geburtsdatum des Kindes – einmal aus Silber, einmal aus Porzellan – und immer war es ein Unikat: „Schaut her, ich bin ein Original, ich bin etwas Besonderes!“

Neben vielen Bekleidungsstücken aus unterschiedlichen Epochen, die ebenfalls diese Haltung unterstrichen, hat mich ein Exponat ganz besonders bewegt: ein langes Gewand von Henry Willems. Der Künstler hatte auf der Vorderseite viele kleine Taschen aufgenäht und kunstvolle Stickereien angebracht. Dieses Gewand ist für einen Schwerkranken gedacht. In den kleinen Taschen ist Platz für Fotos und Erinnerungsstücke, die Freunde und Familienangehörige mitbringen, um sich gemeinsam an besondere Ereignisse zu erinnern. Mich hat die Idee tief berührt: Bis zum letzten Tag des Sterbens geht es um Identität: „Du bist ein Original, du bist etwas Besonderes!“

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